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Medal of Honor unter der Lupe PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 16. Juni 2010

Angespielt: Das neue Medal of Honor unter der Lupe



Angespielt:  Das neue Medal of Honor unter der LupeDie E3 ist in vollem Gange und während der letzten 24 Stunden hat sich einiges getan. EA hat ein Add-On für Bad Company 2 angekündigt und auch der Gun Club ist inzwischen live geschaltet worden. Ein weiteres ganz großes Thema im Shooter-Bereich ist die Neuauflage von Medal of Honor (MOH), dessen Multiplayer von DICE entwickelt wird. Neben eingefleischten Fans der Serie hat deshalb auch der eine oder andere Battlefielder ein Auge auf den Titel geworfen. Was bisher noch fehlt, sind konkrete Details zum Spiel. Vor allem zum Multiplayer, und die können wir nachliefern. Mitte Mai hatten wir die Gelegenheit, den Titel in Los Angeles anzuspielen und unsere Erfahrungen lest ihr im ausführlichen Bericht.

Medal of Honor vorbestellen

Quelle

Engine generalüberholt


Nachdem sich Medal of Honor Airborne im Jahr 2007 als echter Flop entpuppte, versucht EA über sein hauseigenes Studio in Los Angeles eine Wiederbelebung der einst so erfolgreichen Serie. Publisher und Spielentwickler bezeichnen diesen Versuch als REBOOT der Serie und steckt einige Energie in das Projekt. Bevor wir uns ausgiebig mit dem Single- und Multiplayer beschäftigen, wollen wir deshalb auf ein paar grundlegende Dinge eingehen. Auf die Überarbeitung der Unreal 3 Engine zum Beispiel, die im Einzelspieler zum Einsatz kommt.

Engine aufgebohrt


Seit dem Release im Jahr 1998 wurde das Produkt aus dem Hause Epic, das gerade mit Bulletstorm für Aufsehen sorgt, mehrfach angepasst. Die Entwickler von EALA haben die Engine für ihr Spiel noch weiter aufgebohrt und erreichen damit auch im Singleplayer dieselbe Optik, die auch Frostbite zu bieten hat. Herrliche Landschaften und atemberaubendes Panorama. Im direkten Vergleich mit Bad Company 2 sieht die Umgebung des Shahi-Kot Tals, wo die Modern-Warfare-Version von MOH angesiedelt ist, sogar noch ein ganzes Stück schöner aus. Verantwortlich dafür ist Art Director Lance Powell, der mit seinem Team ganze Arbeit geleistet hat.

Medal of Honor - Ruins of Kabul Medal of Honor - Ruins of Kabul

Sound vom Feinsten


Eine wahre Freude ist auch der Sound, bei dessen Erstellung EALA mit anderen Studios kooperiert hat. Um den Klang von Waffen möglichst realistisch zu gestalten, wurden zahlreiche Aufnahmen mit echten Waffen durchgeführt. Dazu hat das Team eine ganz beträchtliche Sammlung von Waffen an verschiedene Orte gekarrt und dann stundenlang aus verschiedenen Entfernungen die Schussgeräusche digitalisiert. Das Ergebnis ist ein beeindruckender Klang, den Spieler in Teilen auch aus Battlefield kennen. Vor Ort waren nämlich auch Kollegen von DICE, die ebenfalls von den Samples profitieren.

Boom! Shake the Room


Damit nicht genug, hat das Team von Audio Director Paul Lackey noch einen Truppenübungsplatz besucht und dort nicht nur Geräusche von Fahrzeugen und der Umgebung aufgenommen, sondern auch den Smalltalk und Funkverkehr von Soldaten. Die Radio Commands in MOH sind also wirklich lebensecht. Die Krönung der Arbeit ist der Besuch einer Apache-Crew in Fort Irwin, auf dessen Ergebnis Spieler wirklich gespannt sein dürfen. Ebenso wie auf die Realisierung von Distant-Sounds und anderen Spielereien. Bestes Beispiel dafür: die Explosion einer Granate, die während der Tech-Demo in einem Raum landet, klingt dumpf und hohl wie es sein sollte. Wir sind uns deshalb sicher: der Sound rockt!

Volle Deckung!


Aufpoliert wurde jedoch nicht nur Optik und Sound, sondern auch zahlreiche weitere Aspekte des Spiels. Besonders überzeugt hat uns dabei die Präsentation von Software Engineer Don Lawton, der uns sowohl Animationen als auch die AI vorgeführt hat. Und was wir während der sechzig Minuten gesehen haben, war wirklich beeindruckend. Vor allem im Bereich Motion Capture hat EA viel Geld in die Hand genommen, was sich an etlichen Stellen bemerkbar macht. Beim Beginn eines Feuergefechts rutschen Soldaten die Füße voran in Deckung, und wird ein Gegner über das Spielfeld verfolgt, rennen die Charaktere in lebensechten Bewegungen um Ecken und Hindernisse.

Medal of Honor - Ruins of Kabul Medal of Honor - Ruins of Kabul

Animationen erste Sahne


Gut gelungen sind nicht nur die Verfolgungen, sondern auch die Kampfsequenzen. Wird ein Charakter im Laufen getroffen, wirkt sich das anders als bei festem Stand aus. Wie ein Playermodell fällt oder stolpert, hängt also ganz von der Situation ab. Und nicht nur das: auch die Richtung des Schusses spielt eine Rolle. Wird ein stürmender Gegner frontal getroffen, kann es ihn schon einmal aus den Socken hauen. Oder besser gesagt aus den Pantoffeln. Wird der Feind dabei nicht gleich ausgeschaltet, hält er sich den verletzten Arm oder das verletzte Bein und humpelt fortan durch die Gegend. Dieser Teil der Vorführung hat die anwesenden Mitglieder der Communityseiten durch die Bank weg beeindruckt.

Wechselbad der Gefühle


Mit Bewegungsanimationen ist es immer noch nicht getan. Als weiteres Highlight bieten die Charaktere im neuen Medal of Honor eine ausgefeilte Mimik, die von besonders fröhlichen über zornige bis hin zu angsterfüllten Gesichtern reicht. Vorgeführt wurde uns das Mimenspiel am Beispiel eines Rangers, der auf dem Bildschirm ein wahres Wechselbad der Gefühle durchläuft. Neben Motion Capturing setzen die Devs hier vor allem auf Rotoskopie (Rotoscoping), um den Gesichtern wirklich viel Detailtiefe zu geben. Ebenfalls interessant: eine wichtige Rolle werden Bärte spielen, die Teil des Rang- und Fortschrittsystems sein werden. Mehr dazu später ;)

Die Animationen im Hinterkopf, wollen wir uns im zweiten Teil besagtem Ranger widmen, der sich während unserer Präsentation durch das Shahi-Kot Tal gekämpft hat. Executive Producer Greg Goodrich, der während des gesamten Events Rede und Antwort gestanden hat, steuerte den Charakter dabei an der Konsole durch den Singleplayer. Gespielt wurde dabei dieselbe Mission in den Bergen, die auch die Spielepresse zu Gesicht bekommen hat. Im Zusammenspiel mit anderen Rangern muss der Spieler hier ein kleines Dorf räumen. Danach geht es weiter zu einer MG-Stellung, die nur mit Hilfe von Luftunterstützung ausgeschaltet werden kann. Und hier kommt richtig Stimmung auf, denn zur Markierung des Ziels mit dem Laser muss das Team Schritt für Schritt vorrücken, was ohne konstantes Sperrfeuer nicht möglich ist.

Raus aufs Land


An diesem Punkt des Spiels zeigen sich für uns zum ersten Mal Unterschiede zu Bad Company 2. Die Gefechtssituationen sind zwar ähnlich, wirken durch die Art der Umsetzung aber realer als die Missionen im Titel von DICE. Das gilt besonders für den zweiten Teil der Ranger-Operation, die uns raus ins Gelände führt. Um die Kameraden nach dem Ausschalten des MGs zu erreichen, muss ein enges Tal durchquert werden. In den Felshängen lauern den Rangern dabei immer wieder Taliban auf und verwickeln sie in Feuergefechte. Durch die weite Landschaft wirkt dieser Abschnitt des Levels dabei viel weniger linear als er eigentlich ist und durch die ständige Beobachtung der Hänge entsteht keine Langweile. Das Ende der Reise ist eine kleine Hütte, in deren Inneren plötzlich ein Handy klingelt. Es ist das letzte, was der Ranger und damit auch wir zu hören bekommen.

Angriff bei Nacht


Weiter geht es mit dem Nachteinsatz einer TIER 1 Einheit, die eine gegnerische Flakstellung ausschalten muss. Die Spezialtruppe, die das Hauptthema des Titels ist und über die Goodrich während des gesamten Events viel erzählt. Oft wirkte er dabei entrückt, als würden ihn die Geschichten der Soldaten immer noch fesseln. Denn echte Mitglieder einer TIER1 Einheit haben die Entwickler während der Produktion beraten und obwohl das Spiel laut Goodrich nicht zum Ziel hat, eine Dokumentation realer Geschehnisse zu sein, fühlen wir uns doch schnell in eine Geschichte versetzt. Oder besser gesagt in einen Action-Film, denn es geht heiß her.

Medal of Honor - Helmand Valley Medal of Honor - Ruins of Kabul

Unterwegs mit den Profis


Eine Spezialmission führt uns hinter die feindlichen Linien, wo wir eine Flakstellung ausschalten und damit die Landung ebenjener Ranger vorbereiten, die wir eben noch in der Mission zuvor begleitet haben. Erinnerte der Vormarsch der Ranger an den Einsatz eines Dampfhammers, wirkt die Operation der Spezialeinheit eher wie der feine Schnitt eines Skalpells. Und genau das wollen die Entwickler erreichen. Der Vormarsch erfolgt schnell und leise und erst als es sich nicht mehr verhindern lässt, greifen auch die Jungs mit den Schalldämpfern zu schwerem Gerät. Ein Konvoi feindlicher Lkws wird kurzerhand von einer AC-130 ausgeschaltet, die den Einsatz aus der Luft überwacht.

Der Teufel steckt im Detail


Optisch und akustisch bietet sich uns dabei ein herrliches Bild, allerdings taucht noch der eine oder andere Logikfehler auf. Nachdem der erste Lkw durch Beschuss der fliegenden Festung in Flammen aufgeht, ist im Konvoi zu wenig Bewegung. Auch der folgende Vormarsch der Tier1-Kämpfer in ein nahe gelegenes Dorf wirft Fragen auf. An einigen Stellen können sich die US-Boys den Taliban so leicht annähern, als hätte nicht gerade 200 Meter weiter die Straße hinunter ein Feuergefecht stattgefunden. Was wir gesehen haben ist jedoch noch eine frühe Version und solche Details können während der nächsten vier Monate nachgereicht werden.

Solide Umsetzung


Insgesamt scheint der Singleplayer solide umgesetzt. Was wir gesehen haben, hat uns gefallen. Grafik und Sound lassen die Unreal Engine zwar deutlich erkennen, kommen auf dem großen Bildschirm jedoch herrlich rüber. Die Missionen selbst sind schnell und spannend und aus den gezeigten Szenen wird deutlich, dass sich die Handlung nicht auf den Hauptstrang beschränkt. Immer wieder wird Bezug auf vorherige Missionen genommen, die wir zwar nicht kennen, aber von Goodrich erläutert werden. Zu viel wollen wir an dieser Stelle jedoch noch nicht verraten, sonst wird das Spielerlebnis geschmälert. Es gibt jedoch auch Kritikpunkte: wie in Bad Company 2 ist das eigene Team praktisch "unkaputtbar", wenn es um Beschuss der Gegner geht. Ballert man mit dem Hauptcharakter auf seine Teamkollegen, ist die Mission umgehend vorbei. Im Gefecht mit dem Gegner fallen Mitglieder der TIER-1-Truppe allerdings genau so wenig wie die Kumpane aus dem Ranger-Bataillon, was uns bei all dem Aufwand im Bereich Sound und Grafik einfach zu unrealistisch ist. In Call of Duty ist dieser Aspekt einfach besser umgesetzt. Auf dem Weg zum Ziel verliert man dort mehr als einen Kameraden.

Nachdem wir so ausgiebig über die Kampagne gesprochen haben, wollen wir uns im dritten Teil dem Multiplayer widmen. Im Jahr 2010 sind die Online-Gefechte für viele Spieler die ausschlaggebende Erfahrung und so haben wir diesem Teil des Spiels besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Vor Ort Rede und Antwort gestanden haben uns Prodcuer Patrick Liu, Gameplay Designer Gustav Halling sowie Test-Manage  Daniel Jonsson. In einer ausführlichen Fragerunde konnten wir den Entwicklern allerhand Details zu Spielmodi, Spiel- und Serverarchitektur entlocken. Die wichtigste davon betrifft sicherlich die Serverfrage: MOH wird dem Prinzip von Bad Company 2 folgen. Das bedeutet, es gibt weder einen LAN-Modus noch dedizierte Server als Download und damit auch keine Mods und Custom Maps.

Aus den Fehlern gelernt: Spec-Mode und gemischte Modi


So enttäuschend diese Nachricht für viele Spieler sein mag, gibt es aus der Serverecke auch den einen oder anderen Lichtblick. Da der Multiplayer auf der Frostbite-Engine basiert, konnte das Team um Liu viel aus dem Verkaufsstart von Bad Company 2 lernen. Im Gespräch mit den Spielern verspricht der Entwickler deshalb, dass aus den Fehlern gelernt wurde. Die Serverfiles für MOH sollen direkt zum Spielstart einen ähnlichen Umfang haben wie überarbeitete Version für BFBC2. Das bedeutet gemischte Modi, Filter, Friends-System und vieles mehr. Dazu wird zumindest teilweise auf die Bedürfnisse der E-Sports Community eingegangen. Im Klartext bedeutet das, Medal of Honor wird vom Verkaufsstart an mit einem Spectator Modus ausgeliefert. Eine Funktion zur Aufzeichnung von Demos wird allerdings nicht enthalten sein.

Acht Maps, vier Modi


Abseits der Serverfiles sind für viele Spieler vor allem drei Fragen wichtig: wie viele Spieler, wie viele Karten und welche Spielmodi? Die Antwort drauf fällt leider etwas unbefriedigend aus. Medal of Honor wird auf PC und Konsole im Modus 12 on 12 gespielt und wird zum Spielstart acht Karten sowie vier Spielmodi enthalten. Das ist nicht unbedingt viel und schaut man sich die Kritik am eher dünnen Pool für Bad Company 2 an, vielleicht sogar ein bisschen wenig. Ein weiterer interessanter Aspekt im Bereich der Level ist die Trennung zwischen Single und Multiplayer. Für die Online-Gefechte erstellt das Team von DICE ein komplett eigenes Set an Karten. Einen Wiedererkennungsfaktor aus dem Einzelspieler wird es also definitiv nicht geben.

Hallo Citymaps, Tschüss Zerstörung


Bisher bekannt sind zwei Karten, von denen es sich bei einer um eine klassische Citymap handelt. Auf Kabul City Ruins erwartet den Spieler im Modus Team Assault (Team Deathmatch) Close Combat vom Feinsten in einer wirklich herrlich gestalteten Umgebung. Sind die Karten von BFBC2 bereits detailliert, legen die Devs hier noch einen drauf. Aus den zerstörten Gebäuden lodern Flammen, Müll und Unrat liegt auf der Straße und im Inneren der Ruinen finden sich immer wieder liebevolle Details wie kaputte Fernseher oder andere Einrichtungsgegenstände. So viel Detailverliebtheit hat jedoch auch ihren Preis: trotz der Umsetzung mit der Frostbite Engine sind die meisten Objekte unzerstörbar. Spieler müssen sich also an klassische Laufwege halten.

Back to the Roots bei Kits und Klassen


Die Abkehr von der völligen Zerstörung – die mit Sicherheit technische Gründe hat – ist jedoch nicht der einzige radikale Unterschied zur Entwicklung in der Battlefield-Serie. Im Spiel gibt es nur drei Klassen - Riflemen, Special Ops und Sniper – und die aus den neueren Battlefield-Teilen für den PC bekannten Support-Funktionen fallen komplett weg. Wer Munition oder Lebensenergie braucht, muss dazu wie in BF42 oder BFV zu einer Kiste rennen. Die stehen an bestimmten Stellen der Karte und sind in Form von Symbolen auf der Mini-Map sichtbar. Andere Wege geht das Team auch bei der Umsetzung der Klassen, die mit einem überschaubaren Set an Waffen ausgestattet sind. Übergreifende Unlocks wie bei BFBC2 gibt es hier nicht. Der Sturmsoldat bleibt so ein Sturmsoldat, der Panzerabwehrschütze ein Panzerabwehrschütze.

Ranking, Aufstieg und Unlocks


Treu geblieben ist DICE dem Ranking- und Unlocksystem mit dem der Bestand an Waffen, Munition (u.A. mehr Durchschlagkraft) und zusätzlichen Ausrüstungsgegenständen (Red-Dot, Combat-Scope) ausgebaut wird. Die Karriere beginnen Spieler dabei als einfache Ranger und erspielen ganz klassisch Punkte und damit Waffen. Dazu wird es mit dem Skill-System eine zweite Punkteskala geben, die abhängig von der Aktivität und anderen Faktoren ist. Hier stehen die genauen Details noch nicht hundertprozentig fest. Anders als im Rangsystem, wo Spieler sich vom Ranger bis zum TIER 1 hocharbeiten und so schlussendlich ihren Bart erhalten. Der bringt zwar keine Vorteile, sieht aber heiß aus. Ganz anders sieht das im Bereich des Belohnungssystems aus, das in unserem Forum seit der Veröffentlichung des Gameplay-Videos bereits heiß diskutiert wird. Für besondere Aktionen gibt es besonders viele Punkte und damit Zugriff auf spezielle Aktionen. Und die haben es in sich.

Tactical Support Actions


Hat ein Spieler genug Punkte gesammelt, stehen sogenannte Tactical Support Actions zur Verfügung. Ähnlich wie bei den Field Unlocks in Battlefield 2142 wird das eigene Team so unterstützt. Interessant hier: Support Actions stehen immer in einer offensiven und einer defensiven Variante zur Verfügung. Defensive Aktionen sind unter anderem mehr Panzerung oder Lebensenergie für das Team, offensive Aktionen Mörser- und Luftschläge. Mit der Umsetzung hatten wir und andere Spieler allerdings vor allem auf den Citymaps unsere Probleme. Angesichts der kleinen Spielfelder schlagen die Granaten vier bis fünf Sekunden nach der Markierung des Ziels ein – eine wahnsinnig kurze Zeit. Die spannende Frage lautet, ob die Devs hier noch Stellschrauben anlegen können.

Combat Mission: Rush mal anders


Wie dem Text und dem Video zu entnehmen ist, liegt der Fokus von MOH auf Infanteriegefechten. Wer auf einen Fuhrpark wie in Battlefield hofft, braucht Spiel und Beta erst gar nicht zu testen. Ganz ohne Fahrzeuge kommt das Spiel aber doch nicht aus. Auf

Helmand Valley

, der zweiten Karte in unserem Multiplayer-Test, steht der aus BFBC2 bekannte Bradley in der Gegend herum. Im Modus Combat Mission wird der Stahlsarg ab einem gewissen Punkt benötigt, die Missionsziele zu erfüllen. Und die erinnern ziemlich deutlich an Rush. Das finale Missionsziel ist die Zerstörung eines Waffenlagers, das von einer Staffel F-15 zerstört wird. Die Jäger der Luftwaffe können jedoch erst angreifen, wenn vorher fünf Flakstellungen zerstört wurden. Trotz des Afghanistan-Szenarios erinnert das Gameplay dabei oft an Bad Company, was jedoch nichts Schlechtes sein muss. Wer Rush mag, wird sich bei Combat Mission Pudelwohl fühlen. Über die anderen zwei Spielmodi ist bisher nichts bekannt und weitere Details konnten wir den Entwicklern nicht entlocken.

Gameplay, Hitboxes und Killcam


Neben den Parallelen zur B-Kompanie sind uns draußen auf dem Land noch ein paar weitere Details ins Auge gefallen, die beim Frag-Fest in der Innenstadt weniger ins Auge gefallen sind. Ganz offenbar hat sich DICE bei MOH mehr Mühe mit den Hitboxen gegeben, so dass ein Headshot auch wirklich ein Headshot ist und man bei beweglichen Zielen nicht mehr gefühlte 20 Meter vorhalten muss. Vom Verhalten der Waffen waren die Spieler am PC in den meisten Fällen begeistert. Wie auch vom Sound, bei dem sich das Team wirklich Mühe gegeben hat. Das hat Einfluss aufs Gameplay, wie auch die Spawn-Mechanik. Während man in der Stadt nur am Startpunkt ins Spiel einsteigt, steht bei Combat Mission auch die Funktion Behind Enemy Lines zur Verfügung, die mit dem Squad-Spawn von BFBC2 im Hardcore-Modus vergleichbar ist. Hardcore deshalb, weil es keine Kill Cam gibt.

Ende gut, alles gut?


Viele Aspekte des Multiplayers haben wir nun bereits beleuchtet und die sechs eng beschriebenen DIN A4 Seiten auf dem Schreibtisch sicherlich noch zwei weitere Absätze hergeben, doch irgendwann müssen wir zu einem Ende kommen. Was bleibt ist das Fazit zum Spiel und der Vergleich mit Battlefield, der angesichts des Multiplayers nicht ausbleiben kann. Insgesamt fällt dieses Fazit positiv aus, es gibt jedoch auch Kritikpunkte. Beginnen möchten wir mit einem Lob.

Optischer Leckerbissen


Wie bereits mehrfach erwähnt, ist MOH optisch und akustisch auf jeden Fall ein Leckerbissen. Wer bei einem Spiel vor allem Wert auf gute Grafik und Optik legt, kann mit dem Kauf absolut nichts falsch machen. Die Landschaft lädt an vielen Stellen zum Verweilen ein und die Soundkulisse ist großartig. Playermodelle Waffen und Statics sind detailliert texturiert, von den Animationen haben wir bereits am Anfang geschwärmt und die Effekte bei Explosionen dabei völlig außer Acht gelassen. Die Gesamtqualität lässt sich gut in einem Satz zusammenfassen: wer auf die Optik von Bad Company 2 steht, dem wird auch das neue Medal of Honor gefallen. Und wahrscheinlich wird er sogar die eine oder andere Überraschung erleben. Das Spiel ist bei weitem nicht so überfrachtet wie Modern Warfare 2 und bezaubert durch seinen eigenen Stil.

Medal of Honor - Ruins of Kabul

Paradies für Inf-Only-Fans


Im Bereich des Gameplays fällt unser Fazit gespalten aus. Für die Kollegen von IGN, die heute mit ihrer Vorschau auf den Multiplayer live gegangen sind, könnte MOH der Multiplayer des Jahres werden. Das sehen wir anders, denn im direkten Vergleich bleibt BFBC2 bisher für uns die Nummer eins. Anders mag das allerdings aussehen, wenn man das Spiel als Inf-Only-Fan betrachtet. Die Gefechte sind sehr intensiv und vor allem schnell, dazu ist die Mischung aus Neuem (Combat Mission) und Altbekanntem (Team Assault) gut gelungen. Dasselbe gilt für das Konzept bei Waffen und Klassen, das durch Versorgungskisten sowohl Fans älterer Titel anspricht, als mit den konfigurierbaren Kits auch eine andere, vielleicht jüngere Zielgruppe. Das Rad wird nicht neu erfunden, aber durch Hochglanzfelgen ersetzt.

Vorbestellen und ausprobieren


Wie immer bei Spielen gilt jedoch der Grundsatz, dass selbst die beste Beschreibung die eigene Erfahrung nicht ersetzen kann. Wer MOH nach diesem Bericht als Beta ausprobiert, sollte wissen worauf er sich einlässt. Und falls nicht, helfen vielleicht die Zusammenfassungen von CoD Infobase oder MOH News. Viel falsch machen kann man als Spieler ohnehin nicht, da der Zugang zur Beta-Version über eine Vorbestellung möglich ist und diese bei Missgefallen auch wieder storniert werden kann. Und wem selbst das zuviel ist, wartet einfach auf Gewinnspiele, von denen es sicherlich auch für MOH wieder eine ganze Reihe geben wird. Also einfach vorbestellen und ausprobieren. Unserer Meinung nach lohnt es sich.

Medal of Honor kompakt


  • Genre: Shooter
  • Entwickler: EALA und DICE
  • Maps: 8 Level
  • Spielmodi: 4 (Team Assault, Combat Mission, 2 weitere)
  • Release: 12. Oktober 2010
  • Beta-Test: Für Vorbesteller ab 21. Juni
  • Battlefield-Veteranen: Beta-Zugang ab 17. Juni (über Gun Club)
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